RatboysGN

Post-Country? Öffnen wir doch mal wieder den Genreschubladenschrank und kramen ein wenig in den Titularen und Termini der vergangenen Wochen und Monate. Die Musik von Ratboys, so nennt sich das Duo aus Sängerin Julia Steiner und Gitarrist Dave Sagan, windet sich nämlich kräftig, dieses oder jenes zu sein. Vordergründig gibt sich das zweite Album „GN“ erst einmal ziemlich bodenständig, denn gerade das eröffnende „Molly“ oder auch „Westside“ klingen wie dieser leicht wettergegerbte Country, der sich aber eben auch nicht immer vollends dagegen wehren will, auch mal Indiepopgirls, Shoegazeboys oder eben die ganze andere Slackergemeinde für sich einzunehmen. Die Gitarren haben Twang, die Stimmung ist beschwingt bis mittelmäßig melancholisch, bei „Elvis Is In The Freezer“ mischt sich gar Ungestüm zwischen die persönlichen Texte. Mit „Crying About The Planets“ verwandelt sich der Sound der Band aus Chicago hin zu einem ziemlich ruppigen Gesellen, den auch die folgenden Songs nicht verleugnen können. Immer wieder erwachsen nicht nur dort Gitarreneruptionen aus fließenden Slowcore-Erinnerungen, kurze Rhythmikphrasierungen und zeternde Licks deuten auf geistige Verwandtschaft mit Courtney Barnett oder auch Pinegrove hin. Nur ganz selten werfen Ratboys das „Post-“ über Bord. Wenn sich die Lagerfeuergitarre wie in „GM“ heimlich in den Vordergrund spielt etwa und der luftigen, sich manchmal zu weit in der instrumentalen Umgebung verlierenden Stimme Steiners die Show stiehlt. Dann entstehen wie auch im abschließenden „Peter The Wild Boy“ herzerfrischende, alternative Countrymomente.

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