HundredthRARE

2017 scheint ein gutes Jahr für Shoegaze zu werden. Alte Helden wie Slowdive und Ride veröffentlichen neue Alben, aber auch der Nachwuchs – zumindest der US-amerikanische – schläft nicht. Ähnlich wie Nothing, deren zwei sehr guten Alben ich wegen der schier wuchtigen Präsentation ihres Debüts stilistisch mit „Powergaze“ bezeichnete, legen nun auch Hundredth eine etwas deftigere Spielart vor. Die Kalifornier sind mitnichten Newcomer (waren Nothing auch nicht, sie haben aber ihren Stilwechsel durch Namensänderung und diverse Umbesetzungen kenntlich gemacht), sondern haben seit ihrer Gründung 2008 drei Alben herausgebracht und wurden bisher bei Hard- oder Metalcore einsortiert. „RARE“ hat damit nun recht wenig zu tun, dafür umso mehr mit „Powergaze“: Die Band aus Myrtle Beach spielt ausgemachten Shoegaze, aber eben wie bei Nothing mit Verweisen auf die eigene Vergangenheit, die ihre Wurzeln nicht bei Ride, Slowdive oder My Bloody Valentine hat. Dies ist zu erkennen am Riffing, Songstruktur und der schieren Präsenz der Produktion. Schüchtern mit dem Rücken zum Publikum auf die Schuhe schauen, wie es die Überlieferung will, ist hier nicht. „RARE“ ist fett, massiv, satt und richtig, richtig gut.

Einen Kommentar hinterlassen

Platten kaufen Links Impressum