Bei all der melodischen Exuberanz, die The Big Moon auf ihrem Debütalbum versprühen, mag zunächst kaum auffallen, wie außerordentlich raffiniert „Love In The 4th Dimension“ ist. Selbst das konventionell strukturierte Highlight „Silent Movie Susie“ lässt den prächtig-mehrstimmigen Refrain, an dem alles hängt, clevererweise verfrüht und damit umso pressierender ausbrechen, öfter aber strotzen die Songs des Londoner Rock-Quartetts nur so vor Hooks und Mehrfachrefrains. Mit einem Wechsel von schwungvollem Falsett und Juliette Jacksons bodenfesterem Stimmregister gehen „Cupid“ und „Sucker“ so doppelt ins Ohr, das verkaterte „Happy New Year“ reiht einen ersten wehmütigen an einen warmen zweiten Refrain, während das trügerisch reduziert beginnende „Formidable“ seine kämpferische Natur erst zur Mitte enthüllt. Überhaupt ist „Zeds“ der einzige Ruhepol, in der Regel ist ein Innehalten wie im schwelenden „Bonfire“ nur die Ruhe vor dem Ausbruch mit sich überschlagendem Wolfsgeheul und muskulösem Trommelspiel. Dass The Big Moon solche Dynamik und Wendungen sogar ins getragen hymnische Finale injizieren, das verknallte Gefühlsverwirrung augenzwinkernd zum apokalyptischen Geigendrama hochstilisiert, nährt ihre Songs neben Eingängig- auch mit Langlebigkeit.

Einen Kommentar hinterlassen

Platten kaufen Links Impressum