Haze Of SummerZnoi

Russland ist immer für eine Überraschung gut. Diese hier ist, erwartungsgemäß an dieser Stelle, musikalischer Natur: Haze Of Summer sind ein Quintett aus Podolsk, das seine Musik bei Bandcamp tatsächlich mit „Black Metal“, „Hipster Black Metal“ – spätestens jetzt sollten schon alle Trve-Black-Metalköpfe Schnappatmung kriegen – und … „Chanson“ taggt. Und dann noch ein rosig androgynes Cover, abgründige Teufelsscheiße, wo bleibt denn da die trve Ernsthaftigkeit, das Leiden an der Welt, der Hass? Ja, hoffentlich da, wo der … ach, egal. Viel wichtiger ist, dass diese Selbstbeschreibung den auditiven Erlebnisbogen recht gut beschreibt. Haze Of Summer fußen auf den Knochen von Black Metal, mischen aber gekonnt noch so viel russische Folklore, Wodkaseeligkeit und Pop in ihre Songs, wie es nur geht. Mir schießt der Gedanke „Russendisko“ durch den Kopf, ohne diese jemals gemocht zu haben, oder Assoziationen an einfach feisten Party-Hardcore, den ich wiederum in gewissen Situationen sehr zu schätzen gewusst habe. Haben schon Astronoid gezeigt, dass man auf der Grundlage von Black Metal auch Pop machen kann, dann fabrizieren Haze Of Summer daraus sogar geile Partymusik, die vielleicht auch noch zum Baggern und Anbahnen von Sexualkontakten taugt. „Znoi“ reißt mit und lässt mit einem diabolischen Grinsen durch die Wohnung springen. Darauf einen dreifachen Wodka, oder zwei …

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