Besonders viel Zurückhaltung konnte man Wil Wagner noch nie zuschreiben, greift er in seinem konversationellen Vortragsstil doch persönliche Beziehungen genauso unverhüllt auf wie Politisches oder psychische Krankheiten. Eine neue Offenheit ist auf dem vierten Album seiner Band dennoch zu finden: im Sound, wo das All-Star-Team aus Toningenieur Jack Shirley und Mischer John Agnello der Produktion von Jeff Rosenstock einmal ordentlich aufgeräumt und wieder zerfusselt zu voller Wirkung verhilft. Nicht nur die gniedeligen, rauschenden Soundmauern von „Young Once“ und „Song For You“ breiten sich prachtvoll aus, selbst das akustisch gezupft den Teufelskreis einer Depression skizzierende „It Kills Me To Have To Be Alive“ kulminiert im wuchtig abhebenden Singalong – effektiv, weil es sich mit der Songnarrative deckt. Zur Albummitte hin kann diese strukturelle Tendenz eintönig werden, doch haben die Melbourner neben ihrem Melodiegespür diesmal auch ein komplexeres Klangbild zur Hand: die flickernde Oszillation im verbitterten „Suffer“, das Glockenspiel im emohaften „Birthdays“, der sakral leuchtende Chor von „Shine“ oder die Glitches im Finale bieten willkommene Brüche in der Punkschablone.

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