Unverroht sauberer Gesang über knarzig melodischer Gitarre? Stetiges Vorantrommeln ohne Breaks oder andere Schnörkel? Songs über Teen-Idole aus der Mittachtziger- bis Mittneunziger-Popkultur? Kein Zweifel, The Courtneys haben ein zweites Album aufgenommen und machen damit dort weiter, wo das erste aufhörte, angefangen mit dem Titel. Der wunderbar ausgeformte Schrammelsound von „The Courtneys II“ behält den harmonischen Ton hookreich bei, Jen Twynn Payne legt dazu am Schlagzeug ein Tempo voller Elan, aber ohne große Hektik vor (schließlich ist sie gleichzeitig die Hauptvokalistin), als liefe alles reibungs- und sorglos. Dem widersprechen sowohl ihr wehmütig zurückblickender Gesang in „Minnesota“ („If you go away/ I hope that you will know/ That I’ll miss you so”) als auch der langwierige Verfeinerungsprozess der Stücke: So erschien „Mars Attacks“ bereits Anfang 2014 mit einem inkongruenten Rap-Part, den The Courtneys mit der Zeit ebenso über Bord warfen wie Country-Experimente oder gar ganze Stücke. Beide Aspekte fasst „Tour“ gewissermaßen zusammen, diagnostiziert erst „What you are and what you want to be/ It takes a long, long, long, long time“ und schlägt dann im goldenen Refrain vor „Slack off and hit the open road[…] The sun, it gets higher, higher“. Die souveräne Krönung des Ganzen ist aber zweifellos, dass das Trio aus Vancouver, das sich selbst lange mit „sun drenched flying nun influenced pop“ beschrieb, von eben jenem neuseeländischen Gitarrenpop-Traditionslabel als erste internationale Band unter Vertrag genommen wurde.

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