IRAHInto Dimensions

Ein Album wie ein Choral in einer Kathedrale. Auf „Into Dimensions“ kreieren Stine Grøn, Adi Zukanovic und Oliver Laumann alias IRAH eine gravitätische und spirituelle Stimmung – ohne einen demütigen Kniefall, aber mit bemerkenswerter Weite im Klang. Die Stimmung entspringt einerseits der breitflächigen Produktion des dänischen Trios und andererseits Grøns Gesang, der immer zwischen Vulnerabilität und Eindringlichkeit changiert und sich wie eine weiche Decke über den Klang legt. „It is on the inside, it is on the oustide“ – das eröffnende „Fast Travelling“ fasst dieses allgegengewärtige Hörgefühl direkt prägnant in Worte. IRAH schaffen den Spagat zwischen Zuwenig und Zuviel perfekt. Das Zeremonielle und Ätherische, das der Musik anhaftet, transportierte schon die erste, gleichnamige Single „Into Dimensions“. Auf dem Album wird diese Klangästhetik jetzt ausgedehnt auf Stücke wie das andächtige „Interlude“, „Above My Knees“, das mehr Rhythmus zulässt, das düstere „Mirroring“ oder „Showering Layers Off My Skin“, in dem Grøn lyrisch über Selbstheilung singt. Wer diese Songs hört, kann sich schon vorstellen, wie eindrücklich sie erst live im Konzertsaal wirken müssen. Denn danach klingen sie: nach Philharmonie, sitzendem Publikum und nur auf die Bühne gerichtetem Lichtkegel. Mit glasklarer Stimme sprengt Grøn die Grenze zwischen reinem Hören und intensivem Hörgefühl. „It is free, yet it binds me, it can’t be broken when we separate“ – eine weitere Songzeile, die nur zu gut auf das Gefühl passt, mit dem IRAHs Musik den Raum füllt. Eindrucksvolle Musik von einem Trio, das seine Kunst perfekt beherrscht.

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