In gewisser Weise sind und waren The Thermals das musikalische Äquivalent zu Arjen Robben: Hoffnungsträger (wahlweise der Rockmusik oder des Fußballs), schnell und trickreich, aber eben auch ziemliche One-Trick-Ponys. Während also der niederländische Superstar vor allem für seine torgefährlichen Flankenläufe bekannt geworden ist, errangen Hutch Harris und Kathy Foster Bekanntheit für pfeilschnelle Gitarrenpop-Songs, die meistens auch nur eine Richtung kannten: nach vorne. Viele Alben lang ging das gut, bis die Hörerschaft sich irgendwann etwas saturiert sah. Auch „We Disappear“, das siebte Album der Band aus Portland, hangelt sich von Standardsituation zu Standardsituation. Es gibt die flinken, bratgitarrigen Drängler, die zarten Momente feuchtfröhlicher Melancholie und die süße Sehnsucht, die sich durch den Magen frisst. Im Wesentlichen also alter Wein aus neuen Schläuchen, gelungen zwar, jedoch nicht immer sehr aufregend. Mit „We Disappear“ auf den Ohren kann man aber freilich immer noch wunderbar dem Sonnenuntergang entgegenskaten, Grillpartys schmeißen oder Luftgitarre spielend die Wohnung zerlegen. Mit „The Great Dying“ enthält die Platte zudem auch einen super Song fürs sommerliche Urlaubstape. Innovation sieht auf Dauer indes sicherlich anders aus.
Ach ja: Im Gegensatz zu Arjen Robben sind The Thermals natürlich hochsympathisch. Ein Umstand, der ihnen zwar keine Titel, keinen Ruhm und vor allem keine Millionen einbringt, aber letztlich dazu führt, dass man ihnen nochmal einen großen Wurf gönnen würde. Die Überholspur haben sie ja stets fest im Blick.

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