Auf „You Know Who You Are“, dem achten Album von Nada Surf, gibt es vor allem keine Überraschungen. Das Quartett um Matthew Caws konzentriert sich auf die ureigene Kernkompetenz, die alltäglichen Hochs und Tiefs in beschwingten Gitarrenpop zu übersetzen. Das ist oft grundsolide Songwriting-Kunst, die zwar selten atem- oder sprachlos macht, in einigen Momenten das Herz aber dennoch höher schlagen lässt: Das fantastische „Cold To See Clear“ steht in einer langen Tradition hervorragender Albumeröffnungen, man denke nur an „Clear Eye Clouded Mind“, „See These Bones“ oder „Blizzard Of 77“. Zwischenzeitlich variieren die New Yorker das Tempo: Während der Titelsong dezenten Pop-Punk zelebriert, schunkelt sich „Rushing“ mit geselligem Feierabend-Rock gen Sonnenuntergang. „Friend Hospital“ outet sich im Verlauf dann als Herzstück der Platte, als idealtypischer Nada-Surf-Glanzpunkt mit harmonischen Gitarren der wolkenweicher Stimme von Caws. Davor, dazwischen und danach: schöner, radiokompatibler Indie-Pop für die ersten und die letzten warmen Tage des Jahres.

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