Den Albumtitel „Already Dead“ können Timeshares höchstens ironisch meinen, denn ihr sehr amerikanischer Punkrock klingt auch auf ihrem zweiten Langspieler quicklebendig und keinesfalls leblos. Doch vielleicht ist damit ja die Entscheidung für ihren aufregenden, aber anstrengenden Lebensentwurf gemeint, den das Quartett in „Same Day, Different Week“ mit dem konventionellen Leben als Büroangestellte abgleicht: „And I’d rather drop dead than live like them.“

Ihr Debütalbum „Bearable“ eröffneten Timeshares 2011 mit keifendem Gesang und einem vorwärts preschenden Riff, „Already Dead“ beginnt dagegen mit einigen langgezogenen Gitarrentönen und einem hymnischen Midtempo-Song, der mindestens mit einem Auge ins Stadion schielt. Damit deutet „State Line To State Line“ bereits die leichte musikalische Neuorientierung auf dem zweiten Album an, die so zuletzt bei einigen Punkrock-Bands zu beobachten war und am besten von Restorations umgesetzt wurde, deren „LP3“ große Mitsingrefrains und üppige Arrangements mit härteren und rhythmisch komplexeren Momenten vermählte.

„Already Dead“ vollzieht diesen Schritt allerdings (noch) nicht ganz so konsequent, mit „Tail Light“ und der Single „The Bad Parts“ folgen zwei kurze Poppunk-Songs, von denen sich vor allem der letztere dank des spiralförmigen Riffs sofort ins Hörzentrum windet, dort als Ohrwurm einnistet und die simple Botschaft vermittelt: Vergiss nicht die guten Zeiten und tanz die schlechten einfach weg! Das bereits erwähnte „Same Day, Different Week“ schraubt dann das Tempo und Intensitätslevel ein wenig runter und setzt wie „Heavy Hangs“ auf Singalongs und große Melodien.

Doch irgendwann in dieser zweiten Hälfte geht der Band aus Suffern/New York ein wenig die Puste aus, weil Songs wie „(Corner Of) Park And Park“ oder „The New Incisions“ das Schema der vorherigen Songs wiederholen, ohne eingängige Hooks oder andere memorable Momente zu liefern. Und so zieht sich „Already Dead“ trotz der schlanken Spielzeit von einer halben Stunde ein wenig in die Länge, doch zum Glück beenden Timeshares ihr zweites Album mit dem musikalisch mitreißend und textlich berührenden „Sister“ als Happy End: „And for once there’s no bad part/ There’s only love, love love. No shitty endings, just love, love, love.“

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