Selten vermag ein House- oder Techno-Album über eine derartige Länge in seinen Bann zu ziehen wie die 72-minütige Debüt-LP des New Yorkers. Elf Tracks über acht Seiten bedeuten bei Levon Vincent aber weder endlos repetitive Konvention noch Sounddesign-Komplexität um jeden Preis: Eine erstaunlich leichte Hand demonstriert er in der spacig-ambienten Albummitte ebenso wie in der Drum-Elementarbastelei „Small Whole-Numbered Ratio“, deren Beat er konstant in Betonung und Zusammensetzung rekonfiguriert, bis sich die nach drei Minuten hinzugefügten Streicher als nicht minder zerlegbar erweisen. Fast wie ein Spielkind könnte Vincent an solchen Stellen wirken, wäre seine Musik nicht von so statuesker Anmut. Als Teil des trotz oft satterer Kicks sanften Spektakels der zweiten Albumhälfte ist neben dem sinnlichen „Confetti“ auch „Anti-Corporate Music“ im Endeffekt nie so noisig-garstig, wie es seine konstituierenden Sounds eingangs vermuten ließen, spätestens wenn das subkutane Synth-Hauchen von der blubbrig-rauschigen Oberfläche freigelegt wird. Noch schöner zeigt Vincent in der Echohöhle „Launch Ramp To Tha Sky“ sein delikates Gespür für Timing: Um das perkussiv flüssige Pad-Melodiespiel im Zentrum krümmt sich der Raum minutenlang nur unmerklich, fast scheint er seinen Zustand zu lange zu halten, bis das Becken unregelmäßiger wird, die Anschläge auflockert und schließlich ganz wegfällt. Was sich dann in der zweiten Hälfte entfaltet, wirkt im Anschluss an diesen so gerade nicht überspannten Fokus nahezu mystisch in seiner Ungebundenheit.

Einen Kommentar hinterlassen

Platten kaufen Links Impressum