Kali UchisPor Vida EP

Kali Uchis scheint Gefallen am Soul-Pop der 60er und 70er gefunden zu haben. Nicht nur visuell (mit viel Pastell, Cadillac oder kreisrund-dickumrahmter Sonnenbrille), auch musikalisch schwelgt die gebürtige Kolumbianerin für ihr selbstveröffentlichtes EP-Debüt in Vintage-Style, was bei aller Modernisierung auch schon mal in den Kaufhaus-Kitsch von „Lottery“ ausufern kann. Doch im Kontrast zu manch plastikglatter Klangästhetik ist ihr Songwriting nicht durchperfektioniert, so dass Stücke wie das Reggae-leichte „Know What I Want“ in nur wenigen Minuten entstanden, dank genügend griffiger Melodiezüge aber auch meistens subtile Raufaser unter samtenen Oberflächen offerieren. Auch die feinen Doo-Woop-Einwürfe im Hintergrund (die „Aaaah“s und „Ba da da“s in „Call Me“ zum Beispiel) geben vielversprechendes R’n’B-Gegengewicht zu evokativen Beat-Klangbildern, wenn „Melting“ sonisch wie auch in samtig langgezogenem Refrain langsame Eisverflüssigung emuliert, „Ridin Round“ florale Düfte verströmt oder „Speed“ ein „You better hit your breaks/ before you crash, boy“ mit klirrendem Glas akzentuiert.

Ein Kommentar zu “Kali Uchis – Por Vida EP”

  1. Carl Ackfeld sagt:

    Hätte sie es doch vermieden so viel Brimborium in die Songs zu packen. „Sycamore Tree“ als quasi A Capella-Opener ist deutlich stärker als der Rest.

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