Dieser Tage haben es kleine Veröffentlichungen bedeutend schwer: Blur, Modest Mouse, Death Cab For Cutie, Sufjan Stevens und jetzt auch noch Godspeed You! Black Emperor – die Großen im Indie-Geschäft werfen ihre Schatten über das Pop-Frühjahr. Da kann einem dann eine Platte wie „No One’s Coming For Us” schon mal durchrutschen. Verantwortlich für diese ist der blasse, dünne Waliser Ellis Jones, der sicherlich einen gut sortieren Plattenschrank hat, mit einer gar nicht mal so heimlichen Vorliebe für quengeligen 90er-Sound. In seinen besten Momenten orientiert sich Jones mit seiner Band Trust Fund also an Weezer oder Pavement, ohne nur zu kopieren. Seine Songs sind mal quirlig-verspielte Zweiminüter mit Zug zum Ohr (wie der flotte Eröffnungssong „Sadness“ oder der offensichtliche Hit der Platte „Cut Me Out“), mal semimelancholische Schmachtfetzen mit sympathisch-rumpeliger Instrumentierung. Letztlich sind die elf Songs nicht immer aufregend, wirken manchmal etwas verschlafen und entfalten ihre geheime Schönheit erst nach mehrmaligem Hören. Hierin liegt wohl auch die Qualität von Trust Fund: Sie spielen gewöhnlichen Gitarrenpop mit gewöhnlichen Mitteln und erzeugen dennoch immer wieder kleine Gänsehautmomente. Das müssen die Großen ihnen auch erst mal nachmachen.

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