Dan DeaconGliss Riffer

Dan Deacon ist der lustige Klassenclown der amerikanischen Indieszene. Seit jeher sorgen seine quirlig-verspielten Synthie-Abstraktionen für gute Laune, auch die quietschfidelen Livesets sind mittlerweile schon fast legendär. Bereits der erste Blick auf das bunte Cover seines neuen Albums „Gliss Riffer“ verrät: Es wird wieder ein Mordspaß werden. Bereits der fünfminütige Eröffnungssong „Feel The Lightning“ wirkt wie ein Bad im Regenbogen, eine weibliche Stimme führt durch das Stück, niedlich ist das, harmlos aber nie – dafür wirken Deacons Electrokaskaden zu bestimmt. Hinzu kommt Deacons verzerrter Gesang, der an die Gothpop-Fantasien von John Maus oder Ariel Pink erinnert. Gelegentlich wird Deacon immer noch mit anderen quasi-experimentellen Freigeistern assoziiert, Panda Bear kommt einem unweigerlich in den Sinn, doch in seinen stärksten Momenten kann sich der passionierte Brillenträger von derartigen Vergleichen emanzipieren. Im tollen Patchwork von „Meme Generator“ schneidet der Amerikaner Stimmen zusammen, legt Schicht auf Schicht und lässt letztendlich ein mustergültiges Kaleidoskop abseitiger Electronica entstehen, das trotz aller kreativen Strahlkraft zugänglich bleibt. Am Ende bleibt ein funkelndes Album, voller kruder Ideen, die nicht selten vollkommen aus dem Ruder zu laufen scheinen – doch Deacon hält alle Zügel in der Hand.

Einen Kommentar hinterlassen

Platten kaufen Links Impressum