Sechzehn Tracks, das bedeutet auch immerwährendes Neustarten. Wobei die Richtung auf Jefre Cantu-Ledesmas erster Mexican-Summer-Veröffentlichung paradigmatisch vorgegeben scheint: Er skizziert eine Welt, in der alle Parameter auf Unheil getrimmt sind. So bieten nur wenige der experimentellen, freischwebenden Tracks Halt oder gar Hoffnung, die meisten sind verrauschte Ambientskizzen mit verbeulten Samples und kruden Loops, von deren Ursprüngen nur eine gehauchte Ahnung geblieben ist. Da ist es nur konsequent, dass ein Titel „Love After Love“ heißt und sich in der konstanten Auflösung und der akustischen Darstellung der Unvermeidbarkeit des Verfalls gefällt. Es ist ein schwieriges Album, das das Feld zwischen Field Recordings, Erinnerungskultur und ästhetischer Hauntologie vermisst und dabei stets sein Geheimnis zu bewahren versucht. Man hört Phrasen der Wiederholung, humpelnde Erinnerungsfetzen und sonische Schichtungen und bleibt teils gedankenverhangen, teils unbewegt und isoliert zurück. Erst wenn das Meer aus Klängen melancholisch aufbraust, stürmisch übersteuert und wahlweise in industriellem Nachhall oder erhabenem Licht versinkt, ergeben sich Momente der Griffigkeit, die aber Fans von William Basinski, Yellow Swans oder Svarte Greiner an dieser Stelle sowieso nicht erwarten werden.

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