White HexGold Nights

Das Goth-Präfix könnten White Hex für den Synthpop ihres zweiten Albums fast schon ablegen. Wirkte ihr 2012er Debüt noch, als hätte Jimi Kritzler die Musik seiner Hauptband Slug Guts reduziert und den letzten Pfiff vergessen, findet das Melbourner Duo mit „Gold Nights“ zu imposantem Eigencharakter. Keine Spur von Schmutz, Splittern und Körnern, „Paradise“ zieht elegant auf wie eine hell erleuchtete, kühle Kristallbaute, die als Tragnetz für Tara Greens Vocals jeden Synthton schillernd amplifiziert. Ihre Stimme verhält sich jedoch emotional derart kontrolliert, dass der Optimismus ihrer Worte über einen Neuanfang deutlich, aber nicht überzogen euphorisch ist. Mit nur acht Songs verschwendet das Album keine Spielminute und bildet dabei noch einen musikalisch narrativen Bogen, wenn es nach den Quasi-Titelstücken der Albummitte in den borstigen Beinahe-Dub von „United Colours Of KL“ und „Burberry Congo“ taumelt und sich wieder ins erhabene Finale „Battleground“ nach oben buddelt. Auch hier ist Green stimmlich investiert, ohne gleich mit der Pathoskeule anzukommen. Weder in süß, noch in bitter.

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