Auf ihrem ersten vollwertigen Album „Light Up Gold“ packten Parquet Courts ihre jugendliche Rastlosigkeit in kurze und komprimierte Songs, der Nachfolger konterkariert diese atemlose Hektik mit Momenten der Trägheit und der Erschöpfung – zum Glück nicht auf Kosten der unwiderstehlichen Eingängigkeit des Quartetts. Auch die Unnahbarkeit der zynischen bis absurden Texte weicht auf „Sunbathing Animal“ immer wieder einer größeren emotionalen Direktheit.

Ein wenig war diese Entwicklung schon auf der EP „Tally All The Things That You Broke“ erkennbar, die als Lockerungsübung zwischen den Alben nicht nur mit dem Einsatz einer Blockflöte überraschte („You’ve Got Me Wondering Why“), sondern auch den achtminütigen und damit für Parquet Courts ungewöhnlich langen Song „He’s Seeing Paths“ beinhaltete. Auf „Sunbathing Animal“ überschreiten nun mit dem schleppenden „She’s Rollin“ und der wehmütigen Ballade „Instant Disassembly“ ebenfalls zwei Songs die Sechs-Minuten-Marke deutlich – der Großteil zeichnet sich allerdings nach wie vor durch die zackige und gedrängte Kürze aus, die schon „Light Up Gold“ bestimmte.

„What’s sharp as a knife, followed me all my life, waits never rests, till it eats me alive?“, singt Co-Frontmann Andrew Savage in „What Color Is Blood?“ und bringt damit die gehetzte, oft paranoid wirkende Ruhelosigkeit auf den Punkt, die überhaupt nicht zu dem Slacker- und Kiffer-Image passen will, das Parquet Courts insbesondere dank „Stoned And Starving“ nachhängt. Verstärkt wird dieses Gefühl durch die meist äußerst minimalen und repetitiven Songstrukturen – so besteht „Always Back In Town“ beinahe nur aus einer kurzatmigen Gesangslinie, die noch dazu ständig von der Gitarre nachgeahmt wird, und der Titelsong jagt ohne große Veränderungen durch vier aufgekratzte Minuten, die sich trotzdem höchstens wie zwei anfühlen.

Diesen Minimalismus behält die Band auch bei den längeren Songs des Albums bei, weshalb vor allem „Instant Disassembly“ an die verträumten Endlossongs von Kurt Vile erinnert. Die Energie von „Sunbathing Animal“ weicht hier der völligen Erschöpfung am Ende einer alkoholreichen Nacht, und obwohl Andrew Savage selbst das Atmen Schwierigkeiten bereitet, lässt er sich auf einen Disput mit seiner Verflossenen ein:

„Mamacita, into pieces I fall
Oh, you did your heart no favours
Darling, when you taught me to crawl
Don’t beseech me for the answers you seek
Oh, I kept explaining that I was too tired
To continue to speak“

Noch kraftloser schleppt sich „She`s Rollin“ voran und zerrt in den letzten Minuten mit dröhnenden Gitarren und jammernder Mundharmonika kräftig an den Nerven des Hörers. Doch Parquet Courts waren schon immer eine Band, die es ihren Zuhörern nicht ganz leicht macht und lieber ein völlig windschiefes Gitarrensolo wie in „Bodies Made Of“ als eine allzu offensichtliche Hook einbaut – dabei aber trotzdem überraschend viele Instant-Hits wie den bereits erwähnten Titelsong, „Black And White“ oder das fantastische „Duckin And Dodgin“ liefert.

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