Bei manchem Album hält man sich autistisch damit am längsten auf, es in eine Kategorie zu ordnen – und vergisst dabei vielleicht sogar, Musik zu hören. Hurray For The Riff Raff machen es uns einfach: Ihr Fideldum kann nach dem Streifen von ein wenig R’n’B doch nur in die Folkecke geordnet werden. „Germany has been cold and mean/ I want to go back to New Orleans“ – jep, Alynda Lee Segarra verneint ihre Wurzeln in keiner Sekunde. „Small Town Heroes“ lebt vor allem von der Steel Guitar, dem verschleppten Drumset, beizeiten auch der Geige und insbesondere der charismatischen Stimme von Bandchefin und Produzentin Segarra. Ihre sechste Veröffentlichung in ebenso vielen Jahren beschreitet konsequent den eingeschlagenen Weg, auch wenn sie dabei etwas berechenbar ist: Es fallen immer dieselben Städtenamen, es gibt Flüsse und Orientierungslosigkeit, es ist heiß, Wein wird getrunken und melancholisch vor allem zurückgeschaut. Warm, schmeichelnd, ruhig umfasst uns das Album, am liebsten vor dem Kamin, sinnierend in die Flammen starrend. Es ist angenehm, Segarra auf ihrem Weg durch ihre Geschichten zu folgen – mehr nicht, aber auch nicht weniger.

Einen Kommentar hinterlassen

Platten kaufen Links Impressum