Es gibt einfach Kombinationen, da weiß man: Das Ergebnis wird stimmen. So auch, wenn sich Miles Whittaker und Andy Stott, Labelkollegen bei Modern Love, zusammentun, um entrückten, wahnwitzigen Techno zu produzieren, der natürlich standesgemäß um drei Ecken denkt. Weltfremd, entrückt und den Makel zelebrierend – all diese erwartbaren Eigenschaften sind auch diesem Album inhärent. „Stay Ugly“ wummert mit grimmigem Blick und Fledermaus-Flügelschlag durch fünf stillgelegte Lagerhallen, dass selbst Robert Pattinson Angst bekäme. Schlechter Vergleich, superber Song. Vor allem ist es die Hinwendung zu Jungle und entfleuchender Bassmusik, die dieses Album zum Beispiel von Stotts „Luxury Problems“ unterscheidet und die bekannte Trockeneis-Ästhetik aus dem Würgegriff des Künstlers befreit. Betörend entfremdet und pechschwarz verharren die meisten Tracks dennoch, die zwischen Industrial-Techno, Noise und viszeralem Dazwischen pendeln und eher unverdaulich den Weg ins Ohr der Rezipienten finden. „Spectral Source“ ist dabei noch der geradlinigste Rave-Ausputzer, der Jürgen Kohler unter den Tracks. Kein Wunder, dass „Corrosive“ nur einen Song weiter eher mit gebrochenen Beinen versucht zu tanzen – und doch bloß im Zickzack voranstolpern kann. In der Mitte fängt jedoch die Pille an zu wirken und der Spaß gewinnt nun gänzlich hemmungslos die Oberhand. Wer bei diesem irrwitzigen Brocken nicht unweigerlich ein dickes Breitbandgrinsen wie der 1&1-Fuzzi aus der Werbung im Gesicht hat, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Der Rest mag etwas mehr Finesse drauf haben, tritt aber ebenso derb nach. Hier sind wir eben alle Gefangene des humorlosen Musizierens zweier Ausnahmekünstler.

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