NovellerNo Dreams

Das kristallene Zwitschern am Anfang von „Mannahatta“, das bassige Röhren, Kratzen und Schaben im Titelstück – um solche Extreme herum navigiert Sarah Lipstate ihre Kompositionen. Selten lässt sich „No Dreams“, das sechste Album der dronenden New Yorker Gitarristin, als Gebrauchsmusik utilisieren: Zu gewaltig für ambientes Nebenher fordert manche Entwicklung Aufmerksamkeit ein, zu ambiguös sind Stücke wie „Purchase“, um bloß „schön“ oder „düster“, „hart“ oder „weich“ genannt werden zu können. Auch in geradlinigeren Stücken, die ihren hell-synthigen oder fingergepickten Melodien folgen, besitzt Novellers Musik eine elementare Klarheit – auch, weil sie produktionsmäßig so imposant ausgeformt ist wie noch nie zuvor. Einzig die Albumstruktur gelingt diesmal nicht so ganz. Selbst wenn die weniger facettenreichen Stücke mit Absicht am Ende stehen sollten, bleibt ein etwas lauer Nachgeschmack nach den starken ersten zwei Dritteln.

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