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Review: We Were Promised Jetpacks – These Four Walls

<strong>Review:</strong> We Were Promised Jetpacks - These Four Walls

In der schottischen Musiklandschaft scheint sich ein kleiner Trend zu entwickeln. Rezept: Man nehme großstädtische Brachialität (Mogwai) und verschmelze sie mit dem spröden Pragmatismus der Provinz (Arab Strap). Fast fertig ist ein Musikstil, der nicht nur die Szene rund um Glasgow und Edinburgh in den nächsten Jahren entscheidend mitbestimmen könnte. We Were Promised Jetpacks reihen sich mit ihrem Debüt direkt neben ihren Landsleuten von Frightened Rabbit und The Twilight Sad ein und bilden somit das neue schottische Dreigestirn des formidablen Fat Cat Labels.

Kein Wunder also, dass unter diesen Voraussetzungen keine großen musikalischen Überraschungen und Geistesblitze mehr zu erwarten sind. Doch dafür, dass We Were Promised Jetpacks mit der undankbaren Aufgabe antreten, ein zumindest schon teilweise bestelltes Feld zu bearbeiten, schlägt sich die Truppe mehr als beachtlich. “These Four Walls” beherrscht die seltene Kunst, Komplexität und ein hervorragendes Gespür für den richtigen Rhythmus über die gesamte Albumlänge geschickt zu verzahnen, so dass die oft ähnelnden Songstrukturen nicht hemmend oder anstrengend repetitiv wirken. Ganz im Gegenteil, “These Four Walls” ist trotz der vor Explosivität und Eingängigkeit nur so strotzenden Single “Quiet Little Voices” ein atmosphärisches Gesamtwerk, aus dessen Dichte es schon während des Openers “It’s Thunder And It’s Lightning” kein Entrinnen mehr gibt. In einem aufziehenden Sturm, der erst mit dem Closer vollständig verebben wird, liefert sich Sänger Adam Thompson einen Wettstreit mit dem Schlagzeug, den er eigentlich nur verlieren, schließlich aber doch für sich entscheiden kann.

“These Four Walls” hält diese zu Beginn aufgebaute Spannung über die volle Distanz und reflektiert konzeptionell wie emotional ganz das Plattencover: Äußerlich mit klarem, funktionalen Aufbau, im Inneren aber als willkommener Unterschlupf für alle, die nach einem langen, orientierungslosen Tag irgendwo in der Landschaft gestrandet sind und nicht mehr weiter wissen. Im weiteren Verlauf werden in immer kürzeren Intervallen giftige Ecken und Kanten erkennbar, die die zuverlässige Grundstimmung wie kleinste Nadelstiche so nachhaltig prägen, dass “These Four Walls” auch bei den wenigen scheinbar vorhersehbaren Songstrukturen nie beliebig wird. “Conductor” zum Beispiel ist in der ersten Hälfte auf den ersten Blick nicht viel mehr als eine Teenager- Ballade im Stil der frühen Bloc Party; doch We Were Promised Jetpack belassen es nicht bei halben Dingen, insgesamt entwickelt sie sich zu einer perfekten Hymne jenseits der fünf Minuten. Und wenn die eher einschläfernde Akustik- Instrumentierung in “This Is My House, This Is My Home” in einer Art Überraschungsangriff von krachenden Gitarren und hämmerndem Schlagzeug überrollt wird, wird klar, dass man sich bei dieser Band nie in Sicherheit wiegen darf.

“You Can Learn To Talk In Your Own Time/ You’re So Young”, gibt Adam Thompson im Achtminüter “Keeping Warm” zum Besten. Das perfekte Motto zu einer jungen Band also, die genau zu wissen scheint, wohin der Weg gehen soll, aber zum Glück noch längst nicht perfekt ist.

7.0 / 10

Label: Fatcat

Spieldauer: 49:37

Referenzen: The Twilight Sad, Frightened Rabbit, Arab Strap, iLiKETRAiNS, Idlewild, My Latest Novel, Glasvegas

Links: myspace

VÖ: 19.06.2009

Ein Kommentar zu “Review: We Were Promised Jetpacks – These Four Walls”

  1. Sven sagt:

    8.3
    Noch nicht perfekt, aber beängstigend nah dran. ;-)

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